Scherrer Park

Der Scherrer Park in Morcote wurde zwischen 1930 und 1956 von seinem Eigentümer, dem ursprünglich aus dem Kanton Sankt Gallen stammenden Kaufmann, Sammler und vielseitig interessierten Reisenden Hermann Arthur Scherrer, angelegt.

 

Von seinen Reisen inspiriert, rekonstruierte Scherrer in diesem auf verschiedenen Terrassierungen mit üppiger Vegetation angelegten Park, der herrliche Ausblicke gewährt, stark ethnologisch geprägte Bauten und schuf dadurch typische Eigenarten, die sofort die Identifizierung des Landes, auf das sie sich beziehen, ermöglichen.

 

Der Park bietet seinen Besuchern die einzigartige Gelegenheit, eine aufregende Reise durch Zeit und Raum zu vollziehen, wo Vergangenheit und Gegenwart, Geschichte und Natur harmonisch miteinander verschmelzen. Auf den Hängen und Terrassierungen wachsen Zypressen, Kamelien, Kampfer-, Eukalyptusbäume, Zedern, Araukarien, Palmen und Bambuswäldchen, Bäume und Pflanzen, bei denen es sich allesamt um exotische und orientalische Exemplare handelt, die Scherrer auf seinen beruflichen Reisen kennenlernte. Von den orientalischen Kulturen fasziniert, liess Scherrer nach und nach in verkleinertem Massstab verschiedene Tempel sowohl aus dem mediterranen Raum als auch aus exotischen Ländern errichten. Der Park scheint so in zwei Bereiche unterschiedlicher Prägung gegliedert zu sein: einem mediterranen und einem asiatischen. Der Rundgang beginnt bei den mediterranen, im Renaissance- und Barockstil gestalteten Gärten, die mit zahlreichen Statuen geschmückt sind, führt dann durch Bambuswäldchen, die typisch für die orientalische Landschaft sind und mit siamesischen, arabischen und indischen Bauten überraschen, zu denen sich eine für diese Regionen typische Flora gesellt. Beim Spaziergang durch den Park gibt es viele Möglichkeiten, sich in den Schatten zu setzen und das herrliche Seepanorama und die angenehme Ruhe zu geniessen. Der Scherrer-Park wird heute von der Gemeinde Morcote verwaltet und ist Veranstaltungsort für Kulturevents und Konzerte – und sogar Hochzeiten werden dort gefeiert. Neben dem Eingang zum Park befindet sich ein Restaurant mit Aussenveranda, von der Sie den See bewundern können.

 

Periodi di apertura:

15.03.2022 - 30.06.2022
10:00 - 17:00 (tutti i giorni)

 

01.07.2022 - 31.08.2022
10:00 - 18:00 (tutti i giorni)

 

01.09.2022 - 06.11.2022
10:00 - 17:00 (tutti i giorni)

Arthur Scherrer

 

Hermann Arthur Scherrer (1881 – 1956) leidenschaftlicher Gartenkünstler und Romantiker; er schuf im Lauf der Jahre seinen «Garten der Wunder». Er wurde am 2. November 1881 in Sankt Gallen geboren. Sohn des Kaufmanns, Stadtrats, Präsidenten der Kommission des Stadttheaters (1897 – 1920) und Mitglied des Kantonsgerichts von Sankt Gallen, Gustav Hermann Scherrer (1853 – 1948), ein grosser Angehöriger des Marionettentheaters. In München besuchte er eifrig das «Marionettentheater», gegründet von Josef Leonhard Schmid (Papa Schmidt), wo Werke von Franz Graf von Pocci (Kasperl) aufgeführt wurde. Ab 1880 organisierte er Theatervorstellungen mit der Familie.

 

Hermann Arthur Scherrer war das älteste von fünf Söhnen: Hermann, Arthur, Paul (1900 –1992), Direktor der Zentralbibliothek Zürich, Max, ein anderer Sohn und eine Schwester.

 

Nach der Primarschule besuchte er in Sankt Gallen das renommierte internationale Institut Schmidt, darauf zog er nach Lausanne, wo er perfekt Französisch lernte. In Sankt Gallen hatte er ein Herrenmodegeschäft, den «Kamelhof» an der Multergasse, wo er Schneiderartikel, Uniformen für Offiziere, Kleider für Reiter und Sport, Stoffe verkaufte. In Aachen besuchte er die Textilschule und lernte von Grund auf das weite Feld der Textilien kennen; er studierte Italienisch in Siena, in Nordamerika perfektionierte er sich im industriellen Bereich und im Englisch. 1907 zog er nach München und übernahm dort das Geschäft des Vaters und formte es in eines der elegantesten und spezialisiertesten in der Mode nach englischem Stil der Stadt um.

 

Arthur Scherrer starb 1956. Die Ehefrau Amalia hinterliess 1965 gegen Entschädigung die ganze Struktur der Gemeinde Morcote mit dem ausdrücklichen Wunsch, den Park für das Publikum zu öffnen: Dieses Projekt hat die Gemeinde realisiert und passte es den Anforderungen des grossen Publikums aus dem Ausland und Inland an.

 

 

 

 

Den Park durchqueren

 

Am Eingang begrüsst den Gast ein venezianischer Zierbrunnen, begleitet von einem byzantinischen Löwen auf einer Renaissancesäule. Auf der Seite der Treppe, die hinauf in den Park führt, wird der zu befolgende Weg angezeigt durch zwei barocke Löwen aus weissem Carrara-Marmor, flankiert von Azaleen Pflanzungen. Zwischen Löwen, Nymphen und Faunen gelangt man zu einer Gasse, wo man die Statuen bewundern kann, welche die vier Jahreszeiten in einem Rahmen von Azaleen und Kamelien darstellen; in der Nähe vervollständigt eine grosse Libanonzeder den herrlichen Rahmen.

 

Am Ende der Gasse erscheint eine Amphore aus dem 13. Jahrhundert, die seinerzeit als Ölbehälter diente.

 

Man gelangt zu einem grossartigen Renaissancebrunnen aus Carrara-Marmor in der Nähe von Säulen eines Aussichtspunktes. Dann finden wir die Panoramaterrasse, wo zwei Sphinxe auf den Eingangssäulen thronen. Von dieser Höhe aus geniesst man ein herrliches, fast leonardeskes Panorama über den See, über Porto Ceresio und über die Hügel des Gebietes um Varese. Die Statuen der Venus, der Juno und des Jupiters wachen zwischen Azaleensträuchern.

 

Wenn man den Blick bergwärts dreht, erkennt man das Erechtheion, den zweiten Tempel der Akropolis von Athen, erbaut im Massstab 1:4 aus Vicenzastein und gestützt von herrlichen Karyatiden.

 

Oben erscheint der Sonnentempel, eine Struktur aus spanischer Matrix, natürlich miniaturisiert.

 

Der Garten, der ihn beherbergt, erinnert an den Stil der berühmten Gärten der Alhambra in Granada und wird verschönert durch zwei Brunnen im Barockstil aus Naturstein aus Verona, umgeben von Buchsbaumhecken.

 

Zwei Statuen beherrschen den Park von oben: Eine stellt Merkur dar, den Gott des Handels, der andere eine Spinnerin, Symbole des Berufs von Herrn Scherrer.

 

Es geht weiter zum Teehaus in siamesischem Stil, das die Wunder des Orients in Erinnerung ruft.

 

Durch einen Bambuswald gelangt man zum ägyptischen Tempel der Nofretete, bewacht von zwei Gottheiten: dem Löwenkopf von Sekhmet und dem Falkenkopf von Horus, Sohn von Osiris. Das Innere, mit der berühmte Büste der Königin Nofretete ist eine getreue Kopie der Originale, die sich in Berlin befinden und auf die Ära von Amenophis zurückgehen, etwa 1375 v. Chr. Die Wände sind in altägyptischem Stil bemalt. Der Tempel enthält auch die Bestattungsurnen der Eheleute Scherrer.

 

Leicht abgetrennt und perfekt in eine kleine Oase integriert, finden wir das arabische Haus, die letzte Rekonstruktion des Herrn Scherrer.

 

Statuen nubischer Sklaven in einer üppigen Vegetation stehen entlang der Treppe, die absteigt zur Terrasse des indischen Palasts, erbaut nach dem Modell des Palazzo Salò in Brugine bei Padua. Im Innern sind, wie in den indischen Palästen, die Wände im Moghulstil bemalt. Im Garten brodelt ein Becken, wo sich vier Elefanten mit dem angehobenen Rüssel zeigen, darüber drei Kobras, die bereit sind, sie anzugreifen und zuoberst die heilige Kuh von Mysore.

 

Links ein kleiner Teich, wo Seerosen blühen. Daneben thront eine chinesische Schildkröte, der Wunsch für ein langes Leben.

 

Am Ausgang des Parks kann man ein typisches Tessiner-Lombardisches Haus aus dem 14. Jahrhundert bewundern, jetzt ein Restaurant-Grotto, eine getreue Nachbildung, die Herr Scherrer als Zeugnis der Zuneigung zum Tessin einfügen wollte. Rekonstruiert in 1930 mit denselben Steinen und Materialien aus einem alten Haus aus dem Quartier Sassello in Lugano, vollständig niedergerissen, um den aktuellen Häusern Platz zu machen. Die Wohnräume, erbaut um den Hof mit dem Brunnen für die Sammlung des Regenwassers, im oberen Stockwerk wurden sie verschönert durch einen Laubengang mit Arkaden.

 

Der aussergewöhnliche botanische Rahmen dieses «Gartens der Wunder» wird charakterisiert von mehr als fünfzig Pflanzenarten, gekennzeichnet mit einem Schild, das den wissenschaftlichen Namen angibt.